Holzbau

Luftbild des Bankhauses (© SpareBank 1 SR-Bank)

Susanne Jacob-Freitag


Spitze(s) Bankhaus

BauBuche übernimmt an Schlüsselstellen hohe Tragfunktionen


Mit dem dreieckigen Hochhaus in Holz und Glas hat sich die SpareBank im norwegischen Stavanger an ihrem Hauptsitz einen Neubau der Extraklasse geleistet. Ein Holzskelett bildet das Tragwerk des bis zu sieben Geschosse hohen Bankhauses. Ein paar Kniffe in Sachen Tragwerksausbildung und Holzartenwahl ermöglichten den außergewöhnlichen Entwurf.

Mit dem neuen Hauptsitz Bjergsted Financial Park der norwegischen SpareBank (SR-Bank) in Stavanger ist eine außer­gewöhnliche Architektur in Holz und Glas gelungen. Das dreieckige Holzhochhaus liegt zentral zwischen der Innenstadt von Stavanger und dem Bjergsted Park am Hafen.

Es füllt ein dreieckiges Grundstück zwischen zwei spitz zulaufenden Straßen und ist in seiner Höhe gestaffelt angelegt: Der Baukörper bildet an der nördlich gelegenen Spitze, die in Richtung Park weist, mit sieben Geschossen den Hochpunkt und fällt über die Länge von 83 bzw. 97  m auf vier Geschosse ab (Abb. 1).

Er besteht aus zwei Gebäudeflügeln, die sich wie ein A auffächern. Dazwischen liegt das Herzstück des Ensembles: ein glasüberdachtes Atrium mit einer skulptural anmutenden Treppenanlage aus Holz (Abb. 2 bis 4).

Die Ost- und Westfassade entlang der Straßen bis zur Gebäudespitze verspringen im unteren Bereich nach innen. Oder umgekehrt gesagt: Die Stockwerke kragen über den Bereich der Eingangsebene aus und schützen den Gehweg darunter wie ein kleines Dach – ein Kunstgriff, um mehr Geschossfläche zu erhalten.


Schmuckstück in Holz für Geldgeschäfte in Norwegen

2014 hatte das Büro Helen & Hard gemeinsam mit dem Architekturbüro SAHAA den Wettbewerb für den neuen Hauptsitz der SR-Bank, Norwegens zweitgrößter Bankengruppe, gewonnen.

Aufgrund der anfänglichen Skepsis des Bauherrn gegenüber Holz für ein solches Großprojekt, zogen die Planer Koryphäe Hermann Blumer vom Ingenieurteam Création Holz aus Herisau, Schweiz, zur Beratung hinzu. Als Konzeptidee schlug er einen Holzskelettbau mit speziell ausgeformten Stützen und Trägern vor und stellte die Machbarkeit mit vorstatischen Überprüfungen sicher.

Bei der anschließenden Überzeugungsarbeit wurden dann nicht nur die Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekte sowie eine hohe Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter als Vorteile genannt, sondern auch ein Kostenvergleich zwischen Holz und einer Mischkonstruktion aus Stahl und Beton als Entscheidungshilfe vorgelegt.

Die Bedenken des Auftraggebers wandelten sich jedoch erst in Zuversicht und Begeisterung um, als ein 1:1-Modell eines Gebäudeausschnitts, ein sogenanntes Mock-up, errichtet worden war. Es ermöglichte, einen Raumeindruck zu gewinnen und verschiedene Aspekte der Konstruktion zu prüfen.

Um die genannten Vorteile eines Holzgebäudes, aber auch Müllreduzierung und eine verkürzte Bauzeit zu nutzen, nahm der Bauherr am Ende sogar die Mehrkosten für ein Holzgebäude von 1,4% im Vergleich zur Stahl-Beton-Variante in Kauf.


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