AKTUELLE AUSGABE

Energie

© Fraunhofer IBP

 

Matthias Pazold, Sabine Giglmeier, Matthias Winkler, Zhenming Peng

Potenzialanalyse des Einsatzes bestehender Heizsysteme zur Raumkühlung

Einsatzmöglichkeiten und Grenzen


Mit einer am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP durchgeführten Analyse wurde untersucht, inwieweit vorhandene Heizsysteme zur Vermeidung von sommerlicher Überhitzung beitragen können. Das Potenzial von ursprünglich reinen Heiz-Übergabesystemen zum Kühlen kann mit einer hygrothermischen Gebäudesimulation untersucht werden.


KERNAUSSAGEN

  • Heizsysteme können unter bestimmten Rahmenbedingungen erfolgreich zur Reduktion der sommerlichen Überhitzung beitragen.
  • Über hygrothermische Gebäudesimulationen kann das Potenzial der Systeme zum Kühlen vorab berechnet werden.
  • Zur Vermeidung von Feuchteschäden muss durch die abgestimmte Steuerung sichergestellt werden, dass kein Tauwasser am System ausfällt.

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© Thomas Jocher, Jakub Pakula, Diego Romero

 

Thomas Jocher, Jakub Pakula, Diego Romero

LUX: natürliche Ressource in Stadt und Haus

Geometrische Zusammenhänge von städtebaulichen Anordnungen und Tageslichtausbeute in der Planung nutzen


Vor dem Hintergrund der Wohnungsknappheit und Notwendigkeit der Nachverdichtung stellt sich die Frage nach zufriedenstellender Tageslichtversorgung in dichten Quartieren. Um den Aspekt des Tageslichts frühzeitig sinnvoll in den Planungsprozess einbinden zu können, ist eine einfache Bewertungsmethode und ein Verständnis der geometrischen Zusammenhänge erforderlich. An dieser Stelle setzt das Forschungsvorhaben LUX an. Es entstand eine Datenbank von typisierten Geometrien sowie deren geometrischen und solaren Parametern. Dabei wurden die Simulationsergebnisse sowohl numerisch als auch in Form von Bildern und 3-D-Objekten gespeichert.

Die Datenbank steht für Forschungsvorhaben zur Verfügung. Um einen unmittelbaren praktischen Nutzen sicherzustellen, wurden ein Online-Tool zur Untersuchung von Lichtverhältnissen im Innenraum sowie ein Online-Zugriff auf den Inhalt der Datenbank entwickelt. Diese Tools und die darin hinterlegten Informationen ermöglichen es, die Erkenntnisse dieses Forschungsprojekts unmittelbar in Planung und Lehre einzusetzen.


KERNAUSSAGEN

  • Blockrandbebauungen sind bei hoher baulicher Dichte sehr leistungsfähig.
  • Solitäre (Einzelbaukörper) sind bei geringer baulicher Dichte von Vorteil.
  • Straßenschluchtprofile mit einem 1:1-Querschnitt bieten eine ausgeglichene Flächen- und Energiebilanz.
  • Nord-Süd-orientierte Straßenverläufe verbessern gegenüber West–Ost-orientierten Straßenverläufen den Energieeintrag auf die Fassaden.

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© Ove Mørck

 

Experteninterview

Ove Mørck: Schwimmbad sanieren für Smart Cities


Für die Bauen+ sprach Melita Tuschinski mit dem Bauphysiker Ove Mørck über das EUDP-geförderte Projekt »East Kilbridge Svommebad« in Ballerup, Dänemark. Die Schwimmhalle wurde durch die Sanierung vom Energieverbraucher zum Energieproduzenten. Als Pilotprojekt für große Sporthallen und Schwimmbäder wurden im Zuge der Sanierung Solarzellen und eine Wärmepumpe installiert. Der Strom von den Solarzellen treibt die Wärmepumpe an. Diese liefert die Wärme je nach Bedarf an das Warm- oder Sommerbecken.

Das Ingenieurbüro Cenergia, zu dessen Inhabern auch Ove Mørck zählte, arbeitete häufig und erfolgreich mit der Gemeindeverwaltung ihres Firmenstandortes Ballerup zusammen. So auch bei diesem Schwimmbad bzw. Schwimmhalle mit bis zu 50 Meter langen Becken. Die Betreiber nutzten Fernwärme für das Schwimmwasser und verbrauchten sehr viel Energie.

Grund genug für die Stadtväter, sich dem Entwicklungsprojekt EUDP zur »Energetischen Sanierung mit Photovoltaik, Smart-Grid-Control (intelligente Netzsteuerung) und Energiespeicher«, welches die dänische Energieagentur fördert, anzuschließen.

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Brandschutz

© Visualisierung: rundzwei Architekten

 

Reinhard Eberl-Pacan

Brandschutz für den »Eisberg«

Holz-Hybrid-Bauweise baurechtlich einwandfrei und sicher gestaltet


Marc Dufour-Feronce und Andreas Reeg von rundzwei Architekten haben in Berlin-Moabit neben einer zweigeschossigen Aufstockung auf ein Bestandsgebäude eine schmale Baulücke mit einem Wohnhaus in Holz-Hybrid-Bauweise geschlossen.

Die besondere brandschutztechnische Herausforderung bestand darin, die Hybridbauweise aus Stahlbeton, Stahl und Massivholz sowohl bei der zweigeschossigen Aufstockung auf das Bestandsgebäude als auch beim sechsgeschossigen (+ DG) Neubau baurechtlich einwandfrei und sicher zu gestalten.


KERNAUSSAGEN

  • Das Niedrigenergiehaus wurde größtenteils aus Holz gebaut und nutzt das kleine Grundstück optimal aus.
  • Sichtbare Holzoberflächen tragen zur natürlichen Klimatisierung der Raumluft bei und der Verzicht auf Gipsbekleidungen verringert spätere Bauschäden.
  • Möglich war das durch eine innovatives Brandschutzkonzept, das zum Zeitpunkt der Planung noch umfangreiche Abweichungen vom Baurecht erforderte.

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Bauakustik

© Birger Gigla

 

Birger Gigla

Neuerungen in der Beurteilung tieffrequenter Geräuschimmissionen im Hochbau

DIN 45680: Vergleich zwischen der Fassung 1997 und dem Neuentwurf 2020


Tieffrequente Geräuschimmissionen entstehen in Wohngebäuden durch gebäudetechnische Systeme oder nachbarschaftliche Geräusche. Sie können auch aus der Umgebung auf schutzbedürftige Räume einwirken, z.B. durch Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Für betroffene Personen entsteht hierdurch eine belastende Situation, selbst dann, wenn die Anhaltsgrenzwerte bei Messungen nicht überschritten werden.

Die derzeit anzuwendenden Wahrnehmungsschwellen sind umstritten. Daher schlägt ein Neuentwurf der Norm DIN 45680 erstmalig ein Beurteilungsverfahren ohne Vergleich mit einer »Hörschwelle« vor. Der folgende Beitrag berichtet über den aktuellen Stand.


KERNAUSSAGEN

  • Zur verträglichen Gestaltung der Energiewende ist eine sachgerechte schalltechnische Dämmung von dezentralen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien erforderlich.
  • Tieffrequente Geräuschimmissionen können bei allen (haus-)technischen Anlagen entstehen und zu erheblichen Störungen führen.
  • Das vorgestellte neue Bewertungsverfahren verzichtet erstmalig auf Hör- bzw. Wahrnehmungsschwellen.

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Gebäudetechnik

© Architekten DGI Bauwerk / schneider+schumacher

 

Susanne Jacob-Freitag

Neues Institutsgebäude kombiniert Bauweisen und Materialien

Hybride und nachhaltige Bausysteme zukunftsweisend vereint


Das neue Forschungsgebäude auf dem Campus der TU Braunschweig nutzt Brettschichtholzstützen und -binder ebenso wie Holz-Beton-Verbunddecken und Holzrahmenbauelemente und spiegelt damit beispielhaft das inhaltliche Konzept des neuen »Zentrum für leichte und umweltgerechte Bauten« wider.


KERNAUSSAGEN

  • Das Gebäudeensemble nutzt klassische Konstruktionen wie den Skelettbau und den »Balken auf zwei Stützen«.
  • Im Fokus steht das zentrale Prinzip, nachwachsende Rohstoffe in Kombination mit anderen Werkstoffen zu nutzen.
  • Alle Baustoffe werden entsprechend ihrer Stärken und Eigenschaften eingesetzt.
  • Die Labornutzung im 1. OG erforderte eine Geschossdecke mit Schwingungsbegrenzung.

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© Gerd Jütten Fotodesign

 

Eva Maria Mittner

Historisches Rathaus wird modernen Anforderungen gerecht

Sanierung mit zeitgemäßer Technik, energetischer Ertüchtigung und Brandschutz im Einklang


Das historische Rathaus Tübingen steht an markanter Stelle »Am Markt 1« im Ortskern der Stadt. Im Zuge der Sanierung und Restaurierung wurden, unter Berücksichtigung hoher Denkmalschutzanforderungen und des Erhalts der ursprünglichen Tragstruktur, die Technik und der Brandschutz komplett erneuert. Der Energieverbrauch wurde erheblich reduziert.


KERNAUSSAGEN

  • Die Sanierung des Tübinger Rathauses beschäftigte viele Sachverständige, die hier in enger Zusammenarbeit ein Juwel wieder zum Glänzen brachten.
  • Die Erkundung alter Bautechniken, möglichst angemessene handwerkliche Mittel und das Integrieren mannigfachen Expertenwissens brachte den historische Charakter des Hauses wieder zum Ausdruck.

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