Initiative »Phase Nachhaltigkeit« jetzt mit Innenarchitektur
Vorstellung der Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur im Rahmen eines bdia-Events am 13. Juli 2021 (Quelle: Anna Rozkosny bdia/DGNB)
  • 16.07.2021

Initiative »Phase Nachhaltigkeit« jetzt mit Innenarchitektur

Für Innenarchitekten, die sich für eine nachhaltigere Planungspraxis einsetzen wollen, gibt es ab sofort ein neues Angebot. So wurde die 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der Bundesarchitektenkammer gestartete Initiative »Phase Nachhaltigkeit« gezielt um das Themenfeld Innenarchitektur erweitert. In Zusammenarbeit mit dem bdia bund deutscher innenarchitekten wurde die Deklaration Nachhaltigkeit auf die besonderen Anforderungen der Innenraumgestaltung angepasst. Das Dokument unterstützt Innenarchitekten dabei, projektindividuelle Nachhaltigkeitsziele frühzeitig in ihren Bauherrengesprächen zu fixieren. Die Teilnahme an der Initiative ist für Planungsbüros kostenlos.


Nachhaltigkeit als neues Normal in der Planungspraxis zu etablieren, ist das übergeordnete Ziel der Initiative »Phase Nachhaltigkeit«. In dieser engagieren sich bislang mehr als 180 Architektur- und Planungsbüros. Ein offener Erfahrungs- und Wissensaustausch steht dabei ebenso im Fokus wie das reale Handeln anstelle immer neuer Postulate.

»Die Philosophie der Initiative ›Phase Nachhaltigkeit‹ ist es, dass jedes Gebäude und jeder Innenraum einen aktiven Beitrag zu einer positiv gestalteten, nachhaltig gebauten Umwelt leisten kann«, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. »Um dies zu erreichen, ist es entscheidend, dass bereits zu einem frühen Planungszeitpunkt die angestrebten Zielsetzungen ganzheitlich diskutiert werden und Bauherren und Planer diese gemeinsam festhalten.«

Dies gilt eben nicht nur für die Hochbauplanung, sondern genauso für die Innenraumgestaltung. Um die spezifischen Anforderungen dieser Planungs- und Bauaufgabe zu adressieren, haben die DGNB und die Bundesarchitektenkammer in Zusammenarbeit mit dem bdia jetzt das Themenspektrum der Initiative erweitert.

»Wir freuen uns, dass wir gemeinsam die Angebote der Initiative ›Phase Nachhaltigkeit‹ so erweitern konnten, dass es die besonderen Herausforderungen von Innenarchitekten berücksichtigt«, sagt Annette Brunner, Vorsitzende des bdia Landesverbands Bayern und Sprecherin der AG Nachhaltigkeit im bdia.


Deklaration Nachhaltigkeit ab sofort auch für Innenarchitektur verfügbar

Ein Instrument, das Innenarchitekten dabei hilft, ihre Auftraggeber für die vielfältigen Themen des nachhaltigen Innenausbaus zu sensibilisieren, ist die Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur. Diese dient als Hilfestellung für die Kommunikation zwischen den Planern und Bauherren, indem sie die projektindividuelle Ziel- und Schwerpunktdefinition rund um die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte fördert. Die Deklaration ersetzt keinen Planungsvertrag, liefert aber Anregungen, welche Themen und Leistungen in dessen Ausformulierung einfließen könnten.

Sechs Themenfelder mit jeweils bis zu vier Nachhaltigkeitszielen umfasst die Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur. Die Idee ist es, dass bereits in den frühen Bauherrengesprächen festgehalten wird, ob diese einzelnen Ziele für das konkrete Projekt sehr wichtig, wichtig oder weniger wichtig sind. Es hilft im weiteren Projektverlauf dabei, kontinuierlich zu überprüfen, ob der gemeinsam definierte Pfad noch eingehalten wird.

Im Themenfeld »Baukultur« geht es um die gestalterische Qualität, Revitalisierung, Bildung und Prägung sowie die Schaffung von zukunftsfähigen Konzepten. Das Themenfeld »Adaptivität« umfasst die emotionale Qualität, eine anpassbare Nutzung, flexible 24/7 nutzbare Räume sowie modulare Lösungen und Strukturen. Das dritte Themenfeld lautet »Mensch im Raum«. Angesprochen werden hier ein integratives Raumprogramm, eine aktivierende und regenerierende Ergonomie, Biophilic Design sowie Gestaltung und Corporate Identity. Unter dem Begriff »Raumqualität« zusammengefasst sind die Ziele Oberflächen für alle Sinne und visueller Komfort, Licht im Kontext, Akustik sowie Raumklima.

Das Themenfeld »Zirkuläre Wertschöpfung« adressiert die Nutzung von Vorhandenem, die Materialwahl, schadstofffreie Produkte und trennbare Verbindungen sowie das Ziel, Hersteller und Projektpartner in die Verantwortung zu bringen. Das sechste und letzte Themenfeld ist »Klimaschutz und soziale Verantwortung«. Als Ziel hierbei angesprochen wird zum einen, das Projekt klimapositiv über den Lebenszyklus zu gestalten. Hinzu kommt die Verwendung von Technik, die den Menschen dient, sowie die Selbstverpflichtung, die Herkunft der Partner und Produkte im Blick zu behalten.

»Unsere Handlungsfelder und Einflussmöglichkeiten in Bezug auf die Gebäude- und Raumqualität unterscheiden sich von denen der Hochbau-Architekten, weshalb es wichtig für uns ist, mit der Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur jetzt ein Hilfsmittel zu haben, das spezifisch auf unsere Anforderungen abgestimmt ist«, so Brunner.


Teilnahme an Initiative »Phase Nachhaltigkeit« kostenfrei

Die Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur ist über die Website www.phase-nachhaltigkeit.jetzt kostenfrei abrufbar. Büros, die der Initiative »Phase Nachhaltigkeit« beitreten, bekommen diese in ausgedruckter Form zugeschickt, um sie direkt in ihren Bauherrengesprächen als Diskussionsgrundlage verwenden zu können.

Alle Mitglieder der Initiative haben darüber hinaus kostenlos Zugang zu einem Wissenspool rund um die Themen des nachhaltigen Bauens sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an exklusiven Seminarangeboten. Im Gegenzug verpflichten sich alle teilnehmenden Büros, die Deklaration Nachhaltigkeit in möglichst allen Bauherrengesprächen einzusetzen und sich an der Weiterentwicklung der Initiative zu beteiligen.


Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.

2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.400 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB-Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB-System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB-Akademie wurden zudem bereits mehr als 5.500 Personen in 45 Ländern zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.


Links

Fachartikel zum nachhaltigen Bauen:

 

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen – DGNB e.V.

German Sustainable Building Council
Tübinger Straße 43
70178 Stuttgart
Telefon: 0711 722322-0
Telefax: 0711 722322-99
E-Mail: info@dgnb.de
Internet: www.dgnb.de

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