Baustoffe

Wo steht das Recycling von Bauprodukten energetisch?
Bilanzrahmen (in Anlehnung an die DIN EN 15804) (© Gruhler, Reichenbach, Steinmetzer, Schiller)

Karin Gruhler, Jan Reichenbach, Sonja Steinmetzer, Georg Schiller


Wo steht das Recycling von Bauprodukten energetisch?

Beim Recycling anfallender Energieaufwand von der Aufbereitung des Bauabbruchs über seine Weiterverarbeitung bis zum neuen Bauprodukt


Die Analyse von ausgewählten Bauprodukten zeigt, dass Recycling nicht nur natürliche Rohstoffe schont, sondern in den überwiegenden Fällen Energie spart und damit auch klimaschonend ist. Entscheidend sind dabei u.a. die Qualität des Abbruchmaterials sowie die Qualitätsanforderungen der neuen Einsatzvariante. Hierbei ist jedes Bauprodukt aufgrund seiner Spezifik und Besonderheiten einzeln zu betrachten.


In den vergangenen Jahrzehnten sind der Ressourcenverbrauch und die Verknappung endlicher Ressourcen stetig gestiegen. Da der Bausektor wesentlich zum Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen beiträgt, birgt er große Ressourcenschonungspotenziale. Der Ausbau der Kreislaufwirtschaft und die Stärkung des Recyclings sind wichtige Schritte zur Steigerung der Materialeffizienz.

Das Aufbereiten und Wiedereinbringen der Abfälle erfordert allerdings den Einsatz von Energie. Zur Vermeidung von Widersprüchen ist eine gemeinsame Betrachtung von Ma­terial- und Energieeffizienz zur ganzheitlichen Beurteilung der Ressourcenschonungspotenziale notwendig.

Aus Materialperspektive wurde das Recycling (RC) vor allem bezüglich verfügbarer Mengen und sich ergebender Materialverluste bereits in verschiedenen Studien untersucht. Demgegenüber wurde der Energieaufwand des Recyclings für die Herstellung von Sekundärstoffen bisher noch nicht in dieser Breite analysiert und hinterfragt.

Zwar gibt es einzelne Studien, die sich (fokussiert auf einzelne Bauprodukte) dem Energieaufwand beim Recycling widmen. Ein einheitlicher Überblick über eine breitere Palette in der Praxis relevanter Bauprodukte lag jedoch bislang nicht vor. Es fehlte ein Analyseansatz, mit dem sich Bauprodukte bezüglich ihres energetischen Aufwands beim Recycling synoptisch abbilden und vergleichen lassen.

Ziel der Untersuchungen war es daher, einen methodisch einheitlich aufgebauten Analyseansatz zu entwickeln, mit dem sich der Energieaufwand des Recyclings wichtiger Bauprodukte ermitteln und vergleichend einander gegenüberstellen lässt. Betrachtet wurden die Bauprodukte Beton, Ziegel, Kalksandstein, Gips, Flachglas, Steinwolle, PVC-Profile und PVC-Bodenbeläge.


Begriffe und Rahmensetzungen

Ausgangspunkt der Betrachtungen war das sogenannte Rückbaumaterial. Als Herkunft wurde der Hochbau definiert, wo es nach dem Abbruch von Gebäuden in einer bestimmten Qualität, z.B. als reiner Betonbruch, vorliegt. Anschließend wird das Material bearbeitet und so konditioniert, dass es für einen neuen Einsatz bzw. Verwendungszweck genutzt werden kann. Dieser kann sowohl im Hoch- als auch Tief-, Straßen- und Ingenieurbau liegen. Baustellenabfälle wurden nicht untersucht.

Das Rückbaumaterial wird mit Blick auf seinen neuen Verwendungszweck bzw. seine neue Einsatzvariante (z.B. Fundamentbeton) zunächst zum Sekundärstoff (z.B. Gesteinskörnung) aufbereitet und dann so weiter verarbeitet (z.B. durch Rezepturanpassung: mehr Zement), dass es als Substitut alle Eigenschaften des ansonsten standardmäßig verwendeten Primärstoffs erfüllt. Der Sekundärstoff ist dabei ein Material, das aus einer früheren Nutzung gewonnen wird und einen Primärstoff ersetzen kann.

Wird der Sekundärstoff mit Blick auf seine neue Einsatzvariante so weiterverarbeitet, dass er dem entsprechenden Primärstoff funktional äquivalent ist, so wird es zum Substitut. In Anlehnung an die DIN EN 15804:201407 [10] setzen die Energiekalkulationen am Ende des Schritts Abfallbehandlung C3 des voranstehenden Produktsystems »Bauwerk« an (Abb. 1).


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