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  • 25.03.2020

BAUINDUSTRIE zum Aktionsplan Kreislaufwirtschaft

»Die BAUINDUSTRIE unterstützt die Zielsetzung des neuen Aktionsplans Kreislauf­wirtschaft der Europäischen Union und der angekündigten Initiative im Bereich Materialrecycling und Ressourceneffizienz. Die BAUINDUSTRIE stellt sich dieser Herausforderung.« Dies erklärte Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptver­bands der Deutschen Bauindustrie, zum Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der Euro­päischen Kommission. Neben dem »Klimagesetz« ist dies eine der zentralen Initiativen der EU innerhalb des europäischen »Green Deal«.

Babiel erklärte, es sei richtig, dass die im Aktionsplan Kreislaufwirtschaft für 2021 ange­kündigte Strategie für eine nachhaltige gebaute Umwelt das Kreislaufprinzip über den gesamten Lebenszyklus betrachten soll. »Für einen effektiven Klimaschutz muss der Lebenszyklus der Gebäude von der Gewinnung der Rohstoffe über die Verarbeitung und Nutzung der Gebäude sowie das Recycling und die Abfallbeseitigung in den Blick genommen werden. Unser Ziel im Bausektor ist es, die verbauten Materialien nicht ver­loren gehen zu lassen, sondern sie am Ende des Lebenszyklus eines Bauwerkes im Wege des sogenannten Urban Mining wiederzugewinnen und in den Materialkreislauf zurückzuführen«, so Babiel.

Großes Potenzial für die Steigerung der Ressourceneffizienz eröffne sich im Rahmen der Digita­lisierung durch das »Building-Information-Modelling« (BIM). Die gespeicherten Gebäudedaten würden in Zukunft das Recycling maßgeblich erleichtern. So könnten am Ende des Lebenszyklus eines Bauwerkes beim Rückbau die Baustoffe identifiziert und ggf. sortenrein zurückgewonnen werden. In diesem Zusammenhang sei die Initia­tive der Europäischen Kommission für eine sogenannte »Renovierungswelle« in Europa voranzutreiben. Hiervon erhoffen wir uns einen signifikanten Anschub für die Renovie­rungsrate in Europa, die nicht nur zu einer verbesserten Energieeffizienz der Gebäude beitragen wird, sondern auch die Lebenszyklusleistung und letztlich die Lebenserwar­tung der Gebäude verbessern werde.

Der Bausektor könne unabhängig davon einen höheren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zur Ressourceneffizienz leisten, wenn Bauunternehmen ihre Expertise im Bereich des effizienten Materialeinsatzes bereits in die Planungsphase einbringen könnten.

Insgesamt stehe Deutschland mit einer Verwertungsquote bei mineralischen Bau- und Abbruchabfällen von rund 90% im europäischen Vergleich bereits gut da. Die Rahmenbedingungen für das Erreichen dieser Quote in Deutschland müssten erhalten bleiben. Dazu zähle auch der gesetzliche Rahmen für die ordnungsgemäße Verwer­tung mineralischer Bauabfälle durch Verfüllung, die die Kommission im Rahmen der für 2021 angekündigten »Strategy for a Sustainable Built Environment« nicht konterka­rieren darf.

Die ortsnahe Verwertung von mineralischen Bauabfällen und Vermeidung von Abfall­transporten nannte Babiel als weiteren Hebel für mehr Klimaschutz im Baubereich: »Es kann nicht nachhaltig sein, wenn tonnenweise Bau- und Abbruchabfälle über hunderte Kilometer durch Deutschland gefahren werden müssen, weil Deponien fehlen.« 

Der Aktionsplan werde sich hoffentlich auch positiv auf die Vergabepraxis des öffent­lichen Sektors auswirken. Recycelte Baustoffe sollten nicht von vornherein ausge­schlossen, sondern gefördert werden. Dabei bedürfe es aber klarer Kriterien, welche Baustoffe gefördert und wie der Einsatz von RC-Baustoffen im Vergabe­verfahren bewertet werde.

 

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