Holzbau

© Jack Hobhouse

Marc Wilhelm Lennartz


Massivholzbau auf der Höhe der Zeit

Das Lehrschwimmbad der City of London Freemen's School in Ashtead, Großbritannien


Nach einem Brandschaden wurde der Neubau eines Schulschwimmbads in England in Holz ausgeführt. Die statisch ausdrucksstarke Dachgeometrie hat einen dynamischen Raum erschaffen, der von dem nachwachsenden Baustoff determiniert wird.

Die Grafschaft Surrey liegt im Süden des Vereinten Königreichs, im sogenannten Metropolitan Green Belt am Rande des Großraums London. Das Lehrschwimmbad der City of London Freemen's School im Dorf Ashtead, eine koedukative Privatschule für Tages- und Internatsschüler im gleichnamigen Ashtead Park, war 2014 durch einen Brand komplett zerstört worden.

Beim Neubau hat die Schulleitung mit den Architekten des Büros Hawkins / Brown entschieden, die Schwimmhalle in Massivholzbauweise ausführen zu lassen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu bestehenden Sportanlagen, inmitten einer parkähnlichen, teilbewaldeten Landschaft, galt es, das neue Hallenbad so zu platzieren, dass der Kontext des denkmalgeschützten, historisch gewachsenen Campus aufgegriffen und zugleich mit modernen Impulsen bereichert werden sollte.

Dem folgend wählte man als Bauplatz eine leichte Hanglage, in die das Schwimmbad unaufgeregt eintaucht und die es ermöglichte, den uralten Baumbestand der Umgebung weitestgehend zu erhalten. Die sanfte Neigung des Dachs von etwa 10° unterstützt die Zurückhaltung im Außenbereich, wobei sich an dessen höchstem Punkt oberhalb des Hangs der Eingangsbereich befindet.

Das 25 m lange sechsspurige Wettkampfbecken wird durch Umkleideräume und einen multifunktionalen Lehr- und Veranstaltungsbereich, die sich an der Kopfseite des Gebäudes befinden, ergänzt.


BSH- und BSP-Elemente im statischen Verbund

Aufgrund der Möglichkeit einer weitestgehenden Elementierung des Bauwerks durch die Verwendung von werkseitig komplett vorgefertigten Bauteilen sowie dem Ansinnen, der Nachhaltigkeit durch nachwachsende und CO2-speichernde Rohstoffe Rechnung zu tragen, fiel die Entscheidung zugunsten der massivhölzernen Bauweise. Hierbei konnte die österreichische Wiehag ihr baulogistisches Know-how und ihre Erfahrung hinsichtlich Projekten auf der britischen Insel in Gänze einbringen.

Das neue Schulschwimmbad besteht aus weitgespannten Portalrahmen aus Brettschichtholz (BSH), die mit großdimensionalen Platten aus Brettsperrholz (BSP) am Dach und den Wänden verspannt wurden – allesamt in Österreich vorproduziert und just in time auf die Baustelle zur sofortigen Montage geliefert.

Für die in Gänze vorgeschnittenen und gebohrten Massivholzelemente bedurfte es einer achtwöchigen Vorplanung und Arbeitsvorbereitung, gefolgt von einer siebenwöchigen Produktion, die von einer nur dreiwöchigen Montagephase vor Ort finalisiert wurde. Das Schwimmbad konnte inklusive eines vielseitig verwendbaren, kopfseitigen Lehr- und Veranstaltungsbereichs in nur 12 Monaten komplett fertiggestellt werden.


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