Büroplanung

Stahlbetontragwerk für ein Büro- und Geschäftsgebäude mit Glasfassade in Montreal, Kanada (© Birger Gigla)

Birger Gigla


Akustische Gestaltung von Büroumgebungen

Teil 2: Planungshinweise und Vorgehen in der Praxis


Kreativität und Produktivität in Büros können durch Hintergrundgeräusche und Gespräche anderer Personen beeinträchtigt werden. Optimale Arbeitsstrukturen erfordern daher eine sachgerechte Verbindung von architektonischer Gestaltung und akustischen Maßnahmen. Insbesondere bei offenen Raumstrukturen ist die Planung anspruchsvoll. Der folgende Beitrag berichtet über den aktuellen Stand der Planungsgrundlagen unter Berücksichtigung der Neufassung der VDI-Richtlinie 2569 »Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros« und gibt praktische Hinweise. Der erste Teil über die akustischen Grundlagen ist in Ausgabe 2/2020 der Bauen+ erschienen.


Kooperative Büroarbeitsstrukturen

Anlass für offene Büroumgebungen ist in vielen Fällen die Kostenreduzierung: Tragwerke aus geschossweisen Stahlbeton-Deckenplatten mit Einzelstützen und aussteifenden Erschließungskernen sind für höhere Büro- und Geschäftsgebäude marktüblich. Die Fassadenstrukturen werden abhängig von den projektbedingten Zielvorstellungen gewählt, häufig aus transparenten Elementen. In dieser Bauweise können in kurzer Zeit große Gebäudevolumen realisiert werden.

Gegenüber dem Rohbau ist die nachfolgende Ausbauphase relativ zeit- und kostenintensiv, insbesondere durch die technischen Anlagen. Bei Minimierung von Raumeinteilungen kann der Aufwand reduziert werden. Dabei sind planungsrechtliche Vorgaben zu beachten, wie z.B. Raumhöhen, Brandschutz oder Anforderungen an Flächen mit begrenztem Tageslichteinfall.

Im Gegensatz zu Einzelbüros bewahren Büroetagen ohne feste Raumeinteilungen eine höhere Flexibilität: Bei erforderlichen Neuanstellungen können Arbeitsplätze in offenen Büroumgebungen einfacher nachverdichtet werden. Auch Erschließungsflächen können variabler genutzt werden. Voraussetzung sind installationsgeeignete Doppelboden- und Doppeldeckenstrukturen.

Abb. 1 zeigt die Zu- und Abnahme der je Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin durchschnittlich zur Verfügung stehenden Bürofläche in den USA. Die firmeneigene bzw. angemietete Gesamtfläche wird zeitverzögert an die Entwicklung der Beschäftigtenanzahl angepasst. Es ist z.B. erkennbar, dass in den 1990er-Jahren aufgrund steigender Neuanstellungen, ohne Erhöhung der zur Verfügung stehenden Gesamtflächen, die Bürofläche je Arbeitsplatz kontinuierlich absank. Insgesamt wird der Trend zur Kostenreduzierung im Zeitraum zwischen 1990 und 2019 bestätigt: Es werden mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf weniger Bürofläche beschäftigt, was durch offene Büroumgebungen begünstigt wird.


Den ganzen Beitrag können Sie in der Mai-Ausgabe der Bauen+ lesen.  
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