Überblick Berlin TXL, Schumacher Quartier (© Tegel Projekt GmbH / Macina)
  • 05.02.2024

Baukonstruktionen aus Holz: bessere CO2-Bilanz in der Produktion als mineralbasierte

Aktuelle Studie zeigt: Holzbau erzeugt in der Produktion rund 40% weniger Kohlenstoffemissionen als mineralbasierte Arten der Baukonstruktion

Die Tegel Projekt GmbH hat am 25. Januar 2024 gemeinsam mit der TU Berlin eine Studie zum nachhaltigen Holzbau veröffentlicht. Diese vergleicht sechs verschiedene Arten der Baukonstruktion in Hinblick auf deren CO2-Bilanz am Beispiel des Schumacher Quartiers.


Mit dem Schumacher Quartier auf dem ehemaligen Flughafen Tegel entsteht Deutschlands größtes urbanes Holzbauquartier. Der mit dem Quartier verbundene CO2-Fußabdruck soll möglichst gering gehalten werden. In dem einjährigen Forschungsvorhaben mit Studierenden der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Galina Churkina wurden die Wertschöpfungsketten im Holzbau am konkreten Beispiel des Schumacher Quartiers systematisch, empirisch und qualitativ untersucht.

Die jetzt vorliegende Studie »Wälder, Städte und ihr Kohlenstoffkreislauf – Quantifizierung der Auswirkungen verschiedener Arten der Baukonstruktion auf den Kohlenstoffhaushalt im Schumacher Quartier« analysiert sechs Arten der Baukonstruktion, die für das Schumacher Quartier in Erwägung gezogen werden, und liefert wichtige Erkenntnisse zu den folgenden Fragen:

  1. Welche Arten der Baukonstruktion sind am klimafreundlichsten im Hinblick auf ihre Kohlenstoffemissionen und die Kohlenstoffbindung?
  2. Welche Baustoffe und Gebäudeteile leisten den größten Beitrag zu den Kohlenstoffemissionen bei Produktion, Fertigung und Transport und welche Baustoffe binden den meisten Kohlenstoff?
  3. Ist der Einsatz von regionalem Holz und anderen regionalen Rohstoffen immer am klimafreundlichsten?


Die Ergebnisse zeigen, dass holzbasierte Arten der Baukonstruktion im direkten Vergleich in der Produktion rund 40% weniger Kohlenstoffemissionen erzeugen als mineralbasierte Arten der Baukonstruktion. Mineralische Baustoffe wie Kalkstein, Stahlbeton und Ziegel haben das geringste Potenzial für die Kohlenstoffbindung.

Im Gegensatz dazu weisen holzbasierte Bauweisen aufgrund der höheren Mengen an organischen Materialien ein höheres Kohlenstoffbindungspotenzial auf. Die Kohlenstoffbindung in biomassebasierten Gebäuden reicht von 21,5 kt bis zu 70,3 kt und ist daher 4- bis 19-mal so groß wie bei mineralbasierten Arten der Baukonstruktion. Außerdem spielen Transportwege eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Kohlenstoffemissionen, wobei die Transportemissionen in hohem Maße von dem transportierten Gewicht abhängen.

»Die Studierenden der TU Berlin konnten für uns anwendungsorientiert, anhand eines konkreten Beispielgebäudes, die Vorteile des Holzbaus hinsichtlich geringerer Kohlenstoffemissionen und eines höheren Kohlenstoffbindungspotenzials nachweisen. Diese Ergebnisse haben Implikationen für nachhaltige Baupraktiken im Schumacher Quartier und weisen darauf hin, dass holzbasierte Bauweisen auch darüber hinaus eine vielversprechende Möglichkeit für die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks im Bauwesen bieten. Wir freuen uns auf den weiteren vertiefenden fachlichen Austausch, damit bald vom Schumacher Quartier ein wichtiges Signal für die Bauwende ausgehen kann«, sagte Gudrun Sack, Geschäftsführerin der Tegel Projekt GmbH, nach Veröffentlichung der Studie.

»Die wegweisende Planung des Schumacher Quartiers, die auf den Einsatz von lokalem Holz setzt, erwies sich als ideale Fallstudie zur tiefgreifenden Analyse umweltfreundlicher Baustoffe. In einer Zeit, in der nachhaltiges Bauen von entscheidender Bedeutung ist, zeigen unsere Ergebnisse vielversprechende Wege auf, wie der Einsatz von biomassebasierten und emissionsarmen Baustoffen einen signifikanten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten kann«, ergänzt Prof. Dr. Galina Churkina von der Technischen Universität Berlin.

Die gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin erstellte Studie ist die erste Veröffentlichung der neuen Reihe URBAN TECH STUDIES.


Tegel Projekt GmbH

Die Tegel Projekt GmbH entwickelt im Auftrag des Landes Berlin die Flächen des ehemaligen Flughafens Tegel zu einem Innovationspark für urbane Technologien, Berlin TXL – Urban Tech Republic, und einem smarten Wohnquartier, dem Schumacher Quartier. Das landeseigene Unternehmen beschäftigt ca. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich u.a. mit den Planungen für den Hochbau und die technische, energetische und verkehrliche Infrastruktur sowie mit der Vermarktung und der Kommunikation des Projekts in der Öffentlichkeit befassen.


Dokumente

 

Tegel Projekt GmbH
Urban Tech Republic, Gebäude V
Flughafen Tegel 1
13405 Berlin
Telefon: 030 5771401-0
Telefax: 030 5771401-19
E-Mail: redaktion@berlintxl.de
Internet: www.tegelprojekt.de

Grafik »Vergleich der Bauweisen Kohlenstoffemission und Bindung

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