BAUEN+ 2/2019

Grauwassernutzung

Betriebsgebäude von 2007 für Grauwasser- und Schwarzwasser-Recycling im Innenhof des Blocks 6, Berlin-Kreuzberg. Quer angesetzt wurde 2014 das Gewächshaus der Roof Water-Farm (Foto: Nolde + Partner)

Klaus W. König


Aquaponik nutzt Grauwasser

Häusliches Abwasser: eine Ressource für Energie und Haustechnik


Abwasser ist ein Energie-, Frischwasser- und Rohstofflieferant. Das wissen auch die Betreiber von kommunalen Kläranlagen. Dass das Recycling allerdings auf Gebäude- und Quartiersebene deutlich sinnvoller und effektiver ist, beweist der vor mehr als 30 Jahren begonnene Langzeittest im Block 6 in Berlin-Kreuzberg – aktuell um Fischzucht und Gemüseanbau (Aquaponik) ergänzt.

Das »Integrierte Wasserkonzept« im Block 6 wurde als Projekt der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987 entwickelt, beforscht und dokumentiert. Ab 1993 verwahrloste die Anlage wegen technischer Probleme und unwirtschaftlicher Betriebsweise. Die Revitalisierung gelang 2007.


Langzeittest in Berlin

Ziel war es, den Bestand als technisches Denkmal für Stadtökologie und umweltgerechtes Bauen zu sichern und zu optimieren sowie die Betriebsführung unter wirtschaftlichen Bedingungen zu ermöglichen. In die ursprüngliche Pflanzenkläranlage wird seither das auf dem Gelände anfallende Niederschlagswasser eingeleitet, um zu verdunsten. Der Überlauf versickert. Für das Recycling des Abwassers wurde 2007 ein Betriebsgebäude erstellt, in dem Abflüsse von Badewannen, Duschen und Handwaschbecken sowie Waschmaschinen und Küchenspülen (Grauwasser) von 250 Bewohnern der umliegenden mehrgeschossigen Wohnhäuser aufbereitet werden.

Im Jahr 2014 kam eine Versuchsanlage hinzu, die im Innenhof des Blocks 6 in einem Gewächshaus das Recyclingwasser für Fischzucht und Gemüseanbau verwendet. Zusätzlich wird an der Wiederverwendung des Abwassers von Toiletten (Schwarzwasser) zum Düngen und Bewässern der Gemüsekulturen geforscht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte »Roof Water- Farm«-Projekt sucht Antworten auf Fragen, wie in Großstädten trotz begrenzter Ressourcen das Potential an Dachflächen und Wasser besser als bisher genutzt werden kann.


Lebensmittel aus Recyclingwasser

Fisch- und Gemüsezucht in der City mit Recyclingwasser? Fäkalien der Stadtbewohner wurden, bis zur Einführung der Kanalisation, als Düngemittel aufs Land hinaus transportiert, Lebensmittel werden bis heute in großem Umfang in die Stadt hinein gefahren. Nahrungsmittel zu produzieren war für Jahrhunderte ein Privileg der »Land«-Wirtschaft. Das könnte sich bald ändern, wenn Kreislaufwirtschaft im Sinne der ressourcenschonenden regionalen Wertschöpfung in der Stadt Fortschritte macht. Gemüseanbau in der Stadt ist unter dem Namen Urban Gardening bekannt, aber auch belächelt worden. Zu Unrecht, wie das Berliner Modellvorhaben Roof Water-Farm im Block 6 zeigt. Die vier Jahre dauernde Förderung war Teil des Programms »Forschung für Nachhaltige Entwicklungen« (FONA). Speziell ging es um »Intelligente und nachhaltige Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung« (INIS).


Den ganzen Beitrag können Sie in der März-Ausgabe der Bauen+ lesen.  
Informationen zur Einzelheft- und Abo-Bestellung

Diesen Beitrag finden Sie auch zum Download im Heftarchiv.

 

NEWSLETTER

Der Newsletter für Energie, Brandschutz, Bauakustik und Gebäudetechnik informiert Sie alle zwei Wochen über branchenspezifische Nachrichten und Entwicklungen.

zur Newsletter-Anmeldung

Zurück zum Seitenanfang