Ressourcenschonendes, kreislaufgerechtes Wirtschaften im Bausektor hat enormes Potenzial für den Umweltschutz und die Bauwende. Welche Chancen das zirkuläre Planen und Bauen genau birgt, aber auch, welche Herausforderungen noch bestehen, bündelt ein neuer Leitfaden der Architektenkammer Berlin.
Auf fast 80 Seiten bietet die Publikation »A wie zirkulär. Ein Leitfaden zum Planen und Bauen im Kreislauf« einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Fachdebatte. Der Leitfaden resultiert aus der Überzeugung, dass Planungsaufgaben wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft sind, die die Bundesregierung auf allen Ebenen anstrebt. Ausgangspunkt war eine Workshopreihe der Architektenkammer Berlin zu Planungsprozessen des zirkulären Bauens. Beteiligt waren Fachleute aus Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Ingenieurwesen, der Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Bewertungs- und Zulassungsstellen von Bauprodukten, Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie private Auftraggebende.
»Zirkuläre Planungs- und Bauprozesse setzen integrales und ganzheitliches Denken in Lebenszyklen voraus. Dazu bedarf es vieler kluger Köpfe und Lust, Prozesse neu zu denken. Dafür wollen wir das notwendige Basiswissen zur Verfügung stellen und anregen, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen«, sagt Theresa Keilhacker, Präsidentin der Architektenkammer Berlin. »Der neue Leitfaden ergänzt die bewährte Arbeitshilfe ›Nachhaltig gestalten‹ der Bayerischen Architektenkammer und ist dank der aktiven Mitwirkung des Arbeitskreises ›Nachhaltiges Planen und Bauen‹ der Architektenkammer Berlin gemeinschaftlich entstanden«, so Keilhacker.
Ziel der Publikation ist es, einen Anstoß zur Veränderung zu geben, ein breiteres Interesse zu wecken und eine Orientierung zu dem vielschichtigen, ineinandergreifenden Thema »zirkuläres Planen und Bauen« zu bieten. Fachtexte erläutern das gesamte Spektrum von Grundlagen, Strategien und Prozessen über Planungsaufgaben und digitale Instrumente bis hin zu rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Darüber hinaus bieten Checklisten konkrete Übersichten, eine Linkliste verweist auf weiterführende praktische Informationen. Gebaute Beispiele zeigen, dass es sich lohnt, gewohnte Pfade zu verlassen. »Die Publikation soll ermuntern, einfach anzufangen. Wir werden sie fortschreiben und aktualisieren. Alle sind aufgerufen, daran aktiv mitzuwirken, damit ein kollektiver Handlungsleitfaden entsteht, der uns am Ende allen zugutekommen wird«, appelliert Theresa Keilhacker.
Gebraucht werden aber auch Gesetzesänderungen. Der Vorschlag der Bundesarchitektenkammer (BAK) zur Änderung der Musterbauordnung (MBO) liegt vor. Theresa Keilhacker führt dazu aus: »Der Vorschlag der BAK zeigt, wie wir die Bauordnungen der Länder anpassen müssen, um den Bestandserhalt zu fördern. Der Vorschlag enthält bereits Regelungen zur Lebenszyklusbilanz und zum Gebäuderessourcenpass, die erst greifen werden, wenn in den Bundesländern die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen sind.«
Die von der Architektenkammer Berlin herausgegebene digitale Neuerscheinung »A wie zirkulär. Ein Leitfaden zum Planen und Bauen im Kreislauf« steht als PDF zum Download zur Verfügung.