Die »Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile und Außenwandbekleidungen in Holzbauweise« (MHolzBauRL) wurde erneut verschärft und stellt demnach zusätzliche Anforderungen an das nachhaltige Bauen mit Holz.
»Es gibt für keinen anderen Baustoff eine eigene Richtlinie. Diese ist im Wesentlichen auf längst widerlegbare Brandschutzmythen zurückzuführen. Holz brennt z.B. wesentlich kontrollierter ab, als selbst Stahlbeton«, so Reinhard Eberl-Pacan, Brandschutzexperte und Ambassadeur in der KOALITION für HOLZBAU.
Nach Auffassung der KOALITION für HOLZBAU wird der Holzbau in der sogenannten Gebäudeklasse 5 (mehrgeschossige Gebäude mit einer Höhe über 13 m und z.B. auch Hochhäuser, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und andere Sonderbauten) mit sichtbaren Holzoberflächen durch die nochmals verschärften Brandschutzbedingungen nun de facto gar nicht mehr möglich sein.
»Wir haben mit unserer nachhaltigen Bauweise in Zukunft erst mal keine Chance mehr, Sondergebäude zu bauen«, kritisiert Lorenz Nagel, Sprecher der Ambassadeure der KOALITION für HOLZBAU, die Verschärfungen.
In den Metropolen, wo der serielle Geschosswohnungsbau am meisten benötigt wird, werden nun mit der Verschärfung auch Ländern mit holzbaufreundlichen Landesbauordnungen Steine in den Weg gelegt. »Ausgerechnet der Neubau großer Gebäude wird erschwert, in denen es ohnehin die umfangreichsten Brandschutzkonzepte gibt«, betont Reinhard Eberl-Pacan.
Die KOALITION für HOLZBAU sieht an dieser Stelle die Politik in der Pflicht. Deshalb hat sie auch alle Länderbauminister angeschrieben und bittet im Sinne der klimapolitischen Ziele die baurechtlichen Hürden ins Machbare zu wandeln. Zugesagt wurde, dass das Thema in der Bauministerkonferenz behandelt wird.
Über die Koalition für Holzbau
Die KOALITION für HOLZBAU setzt sich dafür ein, dass die marktwirtschaftlichen Anreize für die Transformation zu mehr Holzhochbau mit einer gesonderten Förderung durch den Bund unterstützt wird. Zudem klärt die Initiative über die baurechtlichen Hürden auf. Und weil der Holzbau politisch ist, spielt auch der Waldumbau eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Wertschöpfungskette. Die KOALITION für HOLZBAU ist bei der DAPB – Deutsche Agentur für Politikberatung organisatorisch angesiedelt. Die DAPB als Initialgeber lenkt und koordiniert die Aktivitäten der Ambassadeure und Partnerunternehmen der KOALITION für HOLZBAU.