BAUEN+ 3/19

Naturbaustoffe

Nordöstlich des letzten eiszeitlichen Gletschers, der mit seinem mitgeführten Ballast die hügelige Landschaft im Münchener Osten schuf, liegt der beschauliche Ort. Das Haus wurde ins Vorhandene und Gewachsene geplant. Mit dem Carport umfasst das Haus den Wendehammer der ruhigen Zufahrtsstraße. (© Kneer Südfenster)

Eva Mittner


Kleines Haus – große Freiheit

Zukunftsfähig mit dem natürlichsten aller Baustoffe: Holz


Im Osten von München verwirklichte der Architekt David Wolfertstetter für seine Eltern ein Wohnhaus, das sich mit natürlichen Baustoffen optisch passgenau in die umgebende Landschaft einfügt und alle Wünsche der Bauherren voll erfüllt. Das Gebäude bietet einen gelungenen Mix aus ruhiger Klarheit und spannenden Details. Hinzu kommt ein langfristig sinnvolles Konzept für das Wohnen im Alter.

In einem kleinen Ort bei Erding hat der Architekt David Wolfertstetter für seine Eltern ein Refugium aus Holz, Glas und Naturbaustoffen geschaffen. Das Grundstück der Baufamilie befindet sich in einer kleineren Siedlungsstruktur mit einzelnen ortsprägenden Wohnhäusern aus den 1960er- bis 1990er-Jahren. Den Baugrund hatten die Bauherren von der Gemeinde erworben, dieser war davor landwirtschaftlich genutzt worden. Nach Süden und Westen öffnet sich der Blick über verstreute Gehöfte und in eine leicht hügelige Landschaft.

David Wolfertstetter hatte die klare Struktur von regionaltypischen Scheunen vor Augen, als er dieses Haus plante. Die Vorgaben seiner Eltern waren vor allem: Natürlichkeit, viel Licht und sinnvolle Planung für den dritten Lebensabschnitt. Herausgekommen ist eine Massivholz-Konstruktion, die alle Vorgaben unkompliziert erfüllt, mit der Landschaft gut harmoniert und für die Bauherren noch einige individuelle Finessen bereithält.

Ungewöhnlich: Man betritt das Gebäude über einen öffentlichen Vorplatz neben dem Carport durch eine Nische in der Fassade. So bekommen Besucher bereits einen ersten spannenden Blick durch das Haus in den Garten und in die privaten Räume der Bauherren.

Innen im Haus ist alles geprägt von offenen, ineinanderfließenden Räumen mit klarem Erscheinungsbild. Durch die großen Terrassentüren kann man den Blick in den weitläufigen Garten schweifen lassen. Dieser ist zwar nach außen abgeschirmt, öffnet sich aber dennoch zur Landschaft nach Süden und Westen. Die bodentiefen rund 60 m2 großen Fassadenfenster rahmen luftig-leichte Ein- und Ausblicke.


Großzügig und zugleich reduziert

Die Aussichten und Blickwinkel haben das Ausmaß der Fenster bestimmt, aus jedem Fenster genießt man die Landschaftsbilder der grünen Umgebung. Der schönste Blick geht Richtung Süden in den schön angelegten Garten. Im südwestlich ausgerichteten Teil des Hauses erstreckt sich die Glasfassade über zwei Geschosse bis unters Dach. Im Osten und Westen hat der Planer die Fensteröffnungen über beide Geschosse nischenförmig zurückgesetzt.

Diese kommunikativen Elemente verbinden Außen- und Innenräume durch die sonst eher geschlossen wirkende Holzfassade. »Mir war es wichtig, dass Außen und Innen in Kontakt zueinander treten« sagt David Wolfertstetter. Anthrazitfarbene Fassadenplatten, die an den Nischenlaibungen umlaufen, verstärken den gewünschten Eindruck auf optisch ansprechende Weise.

Die Fassadenöffnungen wurden so gestaltet, dass sowohl die Lage zu den einzelnen Himmelsrichtungen als auch die Übergänge zu den Außenräumen ums Haus berücksichtigt wurden. Auf der Ost- und Westseite bilden die Nischen mit raumhohen und nach hinten versetzten Fenstern Loggien im Obergeschoss bzw. einen Eingangs- und einen Terrassenbereich im Erdgeschoss.


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