BIM Award 2018 verliehen

Der Wettbewerb BIM Award 2018 des BIM Cluster Baden-Württemberg e.V. prämiert 2018 Projekte, die den Mehrwert und das Potenzial der BIM-Methode im digital basierten Kooperieren und Handeln aufzeigen – ob in Unternehmenskooperationen oder wissenschaftlichen Netzwerken. Die Verleihung fand am Abend des 10. April 2018 mit 180 Gästen im Haus der Architekten in Stuttgart statt.

Die Baubranche ist innovativer als ihr Ruf. Deutsche Unternehmen bauen auf der ganzen Welt, viele arbeiten mit neuen Methoden und digitalen Technologien. Dazu gehört auch die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM), bei der digitale, objektorientierte Informationen von der Planung über die Bauausführung bis hin zum Betrieb eines Gebäudes oder eines Infrastrukturbaus eingesetzt werden. Um innovative Ansätze des BIM in der Planungs- und Bauwirtschaft zu würdigen, verleiht der BIM Cluster Baden-Württemberg e. V. jährlich den BIM Award. Er prämiert den Pioniergeist und steht als Leuchtturm für Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit der Branche und des Standorts Baden-Württemberg. Firmen und Projekte aus Baden-Württemberg stehen im Fokus der Preisausschreibung. Gesucht werden Ideen aus den Bereichen Prozesse und Organisation, Forschung und Lehre, besondere Projekte und – neu in 2018 – im Bereich KMU und Handwerk.

Prof. Wilhelm Bauer übergibt BIM Award 2018 an Verkehrsministerium Stuttgart (© BIM Cluster BW)

Festrednerin der diesjährigen Preisverleihung am 10. April 2018 war Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg. In ihrer Rede betonte sie explizit die Potenziale des Building Information Modeling: »Baden-Württemberg wird nur führender Innovations- und Wirtschaftsstandort bleiben, wenn wir die Chancen der Digitalisierung in allen Wirtschaftsbereichen nutzen. Die Bauwirtschaft ist eine der Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft. Ihre Produktivität kann weiter gesteigert werden, wenn die Potenziale der Digitalisierung auch für die Bauwirtschaft im Land richtig genutzt werden. Die konsequente Anwendung von BIM weist hier den Weg.«

Die diesjährigen Siegerprojekte in der Übersicht:

  • Kategorie »Forschung / Lehre«: Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen der Universität Stuttgart für das Projekt »ICD/ITKE Research Pavilion 2016-2017« und Karlsruher Institut für Technologie für das interdisziplinäre BIM-Projekt »Verdichtetes Wohnen im Zentrum von Karlsruhe«
  • Kategorie »Prozesse / Organisation«: Früh-Engineering für das Laser-Scanning der Brettschichtholz-Schalungsbauteile in der Herstellung des Schalentragwerks des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs (Stuttgart 21)
  • Kategorie »Handwerk / KMU«: Hemminger Ingenieurbüro GmbH & Co. KG für das Projekt »BIM-Daten on the fly« mit der Smartphone-App
  • Kategorie »Besondere Projekte (Hochbau)«: STRABAG AG für das Projekt »Siemens BT@Zug«
  • BIM-Award: »Besondere Projekte (Öffentliche Hand/ Infrastruktur)«: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Referat Straßen- und Erhaltungsplanung, für das Projekt »2. Gauchachtalbrücke«

Mustergültiges Pilotprojekt fürs Musterländle

Prof. Wilhelm Bauer, Institutsleiter am Fraunhofer IAO und Mitglied der Jury des BIM Award 2018, überreichte den Preis für besondere Projekte an das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg. Das Projekt »2. Gauchachtalbrücke« wird vom Verkehrsministerium als Pilotprojekt zur Einführung der BIM-Methode durchgeführt. Grundsätzliches Ziel des Projekts ist es, die Anwendung der BIM-Methodik zu erproben und wichtige Erkenntnisse für weitere Vorhaben zu erlangen. Die Lage der Bestandsbrücke im tief eingeschnittenen Gauchachtal und des Geländes wurde mit Hilfe von terrestrischen und luftgestützten Laserscans erhoben und im BIM-Prozess vielfach verwendet. »Die Leistungsfähigkeit der Methode, der eingesetzten Programme und der motivierten Projektbeteiligten konnte an diesem Beispiel überzeugend und vorbildlich nachgewiesen werden. Die Gauchachtalbrücke ist ein Musterbeispiel für viele weitere Maßnahmen im Musterländle«, begründet Bauer die Auszeichnung.

Echtzeitvisualisierung im Immersive Engineering Lab des Fraunhofer IAO

Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer IAO wollen BIM in Deutschland weiter vorantreiben, praktische Erfahrungen sammeln und Empfehlungen generieren. Dabei beschäftigt sich das Institut besonders mit der Einführung der Digitalisierung im Bauwesen. Ein Schwerpunkt der Digitalisierung liegt aktuell noch auf der Phase der Gebäudeplanung. Für die Zukunft gilt es, noch unerschlossene Potenziale, vor allem in der Nutzungsphase eines Gebäudes, zu heben. Im Immersive Engineering Lab stellt das Fraunhofer IAO Fachplanern für Baubesprechungen eine moderne Arbeits- und Präsentationsumgebung zur Verfügung, die 3D-Darstellungen zur detailgenauen und anmutungstreuen Echtzeitvisualisierung erlaubt. Hauptbestandteil des Labors ist ein hochauflösendes 3D-Projektionssystem mit einer 5,5 m langen und 3,4 m hohen Powerwall sowie einer integrierten 4-Wand-CAVE (Cave Automatic Virtual Environment). Die Interaktion erfolgt über Techniken wie Multitouch-Displays, 3D-Eingabegeräte und 3D-Echtzeitpositionssysteme.

Juliane Segedi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Kontakt:
Dr. Stephan Wilhelm
Virtual Environments
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon 0711 970-2240
stephan.wilhelm@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/labors-ausstattung/976-immersive-engineering-lab.html

13.04.2018


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