ARGE Baurecht warnt: Auf der Baustelle gilt selten höhere Gewalt!

Gebäude schützen Menschen und Sachen vor Umweltein- flüssen wie Regen, Wind, Hitze oder Kälte. Während der Bauphase müssen je- doch die Gebäudeteile selbst vor solchen Einflüssen geschützt werden.

Gerade auch im Sommer, wenn nach heißen Tagen immer wieder heftige Gewitter mit Starkregen und Sturm drohen, sollten Bauunternehmen und Bauherrn gewappnet sein. Denn solche Unwetter verursachen häufig erhebliche Schäden an unferti- gen Gebäudeteilen von Neubauten oder geöffneten Bauteilen bei Sanierungen.

Im Nachhinein stellt sich dann die Frage, wer hierfür haftet. Das eine oder das andere Bauunternehmen? Der Planer? „Langwierige Auseinandersetzungen mit zusätzlichen Zeitverlusten und somit steigenden Kosten auf der Baustelle lassen sich jedoch vermeiden“, meint Dr. Peter Sohn, Vorsitzender der Arbeitsgemein- schaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht). „Voraussetzung ist, dass alle Baubeteiligten schon in der Grundkonzeption des Vorhabens an entspre- chende Schutzmaßnahmen denken, diese festlegen und einpreisen.“

Daher empfiehlt die ARGE Baurecht, sich nicht allein auf die sogenannten „All- gemeinen Regelungen für Bauarbeiten jeder Art, Regelwerke des Deutschen Instituts für Normung“ (DIN 18299) zu beziehen. Diese sehen in Abschnitt 4.1.10 vor, dass der Bauunternehmer Sicherungsmaßnahmen gegen üblicherweise zu erwartendes Niederschlagswasser selbst treffen muss, auch wenn dies nicht ausdrücklich geplant ist. Denn es handelt sich prinzipiell um eine sogenannte Nebenleistung, die auch ohne separate Vergütung immer zu erbringen ist. Den- noch gilt auch für Bauherrn und Planer die Faustformel: Vertrauen auf die Neben- leistung ist gut, Kontrolle durch ausdrücklichen Hinweis in der Planung oder im Bauvertrag ist besser.

„Bauherrn und Bauunternehmen können äßerst selten auf ‚höhere Gewalt‘ ver- weisen. Denn grundsätzlich können auch sehr ungewöhnliche Ereignisse erwar- tet werden. Vorsorgliche Maßnahmen sind daher dringend zu empfehlen“, erläu- tert Dr. Peter Sohn. Angesichts sich augenscheinlich wandelnder klimatischer Bedingungen, müsse auch in Zukunft im Sommer vermehrt mit Starkregenereig- nissen und Stürmen gerechnet werden. Wer sich auf der Baustelle dagegen wappnet, vermeidet zusätzliche Probleme.

Weitere Informationen unter www.arg e-baurecht.com

02.07.2015


[zurück zur Nachrichtenübersicht]

Aktuelle Ausgabe


Cover BAUENplus

Heft 6/2018

+ Baugenossenschaft
speichert regenerative
 Wärme
+ Raumakustische
Voruntersuchung für
ein Konzertgebäude
+ Brandgefahren bei
Holzfassaden
+ Pelletspeicher
+ Wasserrecycling

  Abo bestellen


  Sichern Sie jetzt Ihr Abo!

  Hier gehts zur Bestellung

Newsletter abonnieren


Der neue Newsletter für Energie, Brandschutz, Bauakustik und Gebäudetechnik informiert Sie alle zwei Monate über branchenspezifische Nachrichten und Entwicklungen.


zur Anmeldung